TRAININGS FÜR BERÜHRUNG
                            UND TRANSFORMATION

DEEP TOUCH Kompendium

Im "KOMPENDIUM" beschreibe ich, was DEEP TOUCH ist und was die Basis und das Fundament dieser Arbeit bildet. Es vermittelt Dir eine Vorstellung davon, was die Prinzipien und die Hintergründe sind. DEEP TOUCH ist ein sehr komplexer und naher – und oft auch intensiver Berührungsraum. Über die Texte, Worte und Bilder kannst Du hier einen "Geschmack" davon bekommen, ob dieser Ansatz von Massage und Körperarbeit Dich inspiriert, das Thema "Berührung" in Dir erforschen zu wollen.

 

DEEP TOUCH - Ulrich Grahner - Foto: © Uli Decker/Video-Screenshot

Körperlicher Kontakt nährt uns auf verschiedenen Ebenen. In uns gibt es ein tiefes, ursprüngliches und essentielles Bedürfnis nach Sicherheit und authentischer Berührung. Ein sicherer Raum im Kontakt mit anderen Menschen erinnert uns an eine alte und ursprüngliche Erfahrung von Verbundenheit in uns. Menschen können dadurch Zugang zu Gefühlen und ihrem energetischen System bekommen - über den Körper kann ich auch das Herz und die Seele berühren. Langsamkeit ist auf dieser Reise von entscheidender Wichtigkeit. Wir sind im Außen ein sehr hohes Tempo gewohnt, welches wir im Alltag oft als normal erleben und gar nicht mehr bewusst wahrnehmen. Der Körper ist viel langsamer als der Geist. Wenn wir die Möglichkeit haben, über Berührung ganz bewusst zu entschleunigen und dann in einen zeitlosen Raum von "Sein" eintauchen - können sich innere Türen öffnen, die wir normalerweise nicht in uns wahrnehmen.

DEEP TOUCH - Ulrich Grahner - Foto: © Uli Decker/Video-Screenshot

Unser Körper speichert ein Leben lang alle unsere Erfahrungen als "Körperwissen". Es werden sowohl die angenehmen, liebevollen und wohltuenden Erfahrungen abgespeichert - als auch die unangenehmen, verstörenden oder als übergriffig erlebten. Der Körper funktioniert dabei quasi wie ein "Flugschreiber" auf der Reise durch unser Leben, er nimmt alles wahr, zeichnet alles auf und speichert unsere Erlebnisse zellulär ab. Zugleich ist er eine "Black Box", ein Gefäß, dessen Inhalt wir selbst meist nicht einsehen, beziehungsweise bewusst "abrufen" können. Bei Massage und Körperarbeit wird diese "Black Box" nun von außen berührt. Je nachdem, welche Punkte dabei angesprochen werden´- wie sicher und aufgehoben wir uns dabei fühlen - desto mehr kann Berührung Erlebnisräume im Inneren öffnen und uns an bestimmte Erfahrungen erinnern. Dies geschieht nicht als Gedanke, sonders als erinnerte Körpererfahrung. Wenn wir uns bei Berührung wirklich "gemeint", wirklich wahrgenommen und wirklich gesehen fühlen, fühlen wir uns sicher und zuhause. Je mehr Sicherheit wir empfinden, desto tiefer können wir uns anvertrauen und äußerlich wie innerlich loslassen.

DEEP TOUCH - Ulrich Grahner - Foto: © Uli Decker/Video-Screenshot

Als Berührer*in im Kontext von Massage und Körperarbeit berühre ich über den physischen Körper immer zugleich auch diese "Black Box" mit einem mir unbekanntem Inhalt. Je nach dem Fokus meiner Aufmerksamkeit, meiner Bewussheit und meiner Absicht erziele ich ganz unterschiedliche Resultate. Falls meine Berührung vor allem oder ausschließlich auf dem physischen Körper ausgerichtet ist - und ich mit meinem Tun vor allem auf eine Lockerung der Muskulatur abziele - werde ich überwiegend in diesem Bereich wirksam sein. Der Mensch auf der Massagebank wird sich auf die Ebene einlassen, an die ich meine Berührungen adressiere. Das Ziel einer klassischen oder medizinischen Massage richtet sich vor allem auf ein Loslassen von angespannter Muskulatur. Das Ergebnis besteht dann in einem "Weichwerden" der massierten Muskeln.
Je weiter ich jedoch das Feld meiner Berührung auf andere Ebenen ausweite, umso mehr wird sie emotionale, energetische und spirituelle Räume öffnen. Wenn ich also als Berührer*in bewusst durch meine innere und äußere Klarheit und Präsenz einen Raum einlade, welcher physische, emotionale, energetische und spirituelle Dimensionen beinhaltet, kann dies einen viel weiteren und auch tieferen "inneren Raum" in Menschen ansprechen. Eventuell öffnen sich dann auch Teile der "Black Box", welche sonst nicht zugänglich wären.

DEEP TOUCH - Ulrich Grahner

Als Berührer*in weiß ich im Vorfeld nicht, was meine Berührungen in Anderen auslösen können – was, wo und wie tief ich einen andere Menschen erreiche. Ich kann sichere Erfahrungsräume nur soweit kreieren, wie ich diese selbst schon "betreten" habe und in mir kenne, erforscht und integriert habe. Ich kann Menschen nur sicher in Räume begleiten, die für mich selbst keine "Black Box" mehr darstellen, sondern die ich als "helles Zimmer" in mir ausgeleuchtet habe.

DEEP TOUCH - Ulrich Grahner - Foto: © Uli Decker/Video-Screenshot

Das Universum funktioniert auch beim Thema "Berührung" als ein gegenseitiger Resonanzraum. Nur wenn ich als Berührer*in selbst innere Erfahrungsräume als tiefes Wissen in mir verkörpere, werden sich Menschen sicher genug fühlen, um mit mir als Begleiter*in in diese tiefen Schichten einzutauchen. Wenn ich (oft auch unbewusst) Angst habe, diese Räume in mir selbst zu betreten und in diesen Sphären nicht sicher "navigieren" kann, werden Menschen sich nicht öffnen. Wenn in einem emotionalen Prozess der sicheren "Container" fehlt, wird ein Mensch selbst für seine Sicherheit sorgen - und nur soweit loslassen, wie es sich für ihn sicher anfühlt.

DEEP TOUCH - Ulrich Grahner - Foto: © Uli Decker/Video-Screenshot

Manchmal öffnet sich das emotionale System über das Erleben von körperlichem Wohlempfinden. Manchmal öffnet es sich in Form von physischen Schmerzpunkten. Eine einfühlsames Hinwenden zu diesen "Triggerpunkten" kann wie ein "Türöffner" in vorher nicht bewusst zugängliche emotionale Erfahrungsräume wirken. Die Kunst besteht dann darin, solche Schmerzpunkte ganz bewußt, achtsam und sehr langsam zu berühren, so dass es sich sicher genug für die empfangende Person anfühlt. Eine sichere Berührung kann den Menschen unterstützen, bewusst in diese Punkte hinein zu atmen, tiefer in diese Erfahrung zu sinken und immer mehr in diese loszulassen. Dadurch können solche Punkte "schmelzen" und sich innere Fühlräume öffnen, welche sich auf nicht zu Ende gefühlte und nicht abgeschlossene emotionale Prozesse beziehen.

DEEP TOUCH - Ulrich Grahner

Durch emotionales Schmelzen, welches im Außen sicher begleitet wird, kann sich eine gebundene und festgehaltene Energie bewegen und lösen. Wenn Menschen bewusst wahrnehmen, dass sich ein aktuelles Erleben auf dem Massagetisch auf eine alte Erfahrung bezieht, wird dieser alte Schmerz in einem neuen Kontext erfahren. So kann der alte Schmerz über die Körperintelligenz angenommen, akzeptiert und anschließend integriert werden. Es ist, als ob der Mensch - in sicherer Begleitung - eine lange verschlossene oder "versiegelte" Tür zu einem für ihn unbekannten Raum in sich entdeckt.

DEEP TOUCH - Ulrich Grahner - Foto: © Uli Decker/Video-Screenshot

Wenn ich mich als Empfangender wirklich sicher fühle, kann ich neugierig werden, diese neu entdeckte Tür in mir zu öffnen, in den Raum dahinter hinein zu schauen und ihn langsam auszuleuchten. Dann kann ich mich entscheiden, diesen Raum bewusst zu betreten und mich ganz langsam dort hineintasten - und ich kann beginnen, mich vorsichtig in diesem Raum zu bewegen. Wichtig ist, dass ich mich zu dieser Erkundung bewusst und aktiv entscheide und bei Bedarf innehalte. Oft sind diese Räume mit einem Gefühl von Ohnmacht und Angst besetzt. Es ist dann wichtig, dass ich mir diese alten Erfahrungen in einer für mich passenden "Dosierung" anschaue, um nicht von der alten Angst überwältigt zu werden. Wenn ich erkenne, dass die in mir aktivierte "Angst vor der Angst" größer ist und ich erkenne, dass die gegenwärtige Situation auf der Massagebank nicht bedrohlich ist, kann sich mein emotionales System entspannen und die alte Angst in ein neues Vertrauen verwandeln und anschließend integriert werden.

DEEP TOUCH - Ulrich Grahner

Sobald ich diesen neuen Raum sicher genug betreten kann und ohne von der Angst vor der Angst überwältigt zu werden, kann ich meinen Atem nutzen, um Altes loszulassen und dem gegenwärtigen Erleben Raum zu geben. Indem ich mein Ausatmen bewusst mit dem inneren Loslassprozess in mir verknüpfe, kann ich die alte Erfahrung über meinen Atem aus meinem emotionalen und energetischen System entlassen - und beim Einatmen den nun freien Raum mit der Erfahrung von Sicherheit und Geborgenheit in mir verknüpfen.

DEEP TOUCH - Ulrich Grahner - Foto: © Uli Decker/Video-Screenshot

Wenn ich einen Raum in mir betreten kann, der vorher für mich unzugänglich war - und ich diesen wieder in mir bewohnen kann -, entdecke ich oft neue Türen zu weiteren Räumen, die noch verschlossen sind. Ich kann mich dann auf eine Entdeckungsreise machen und anfangen, immer mehr Räume in mir zu finden – um diese bewusst und mit Freude zu bewohnen. Mein inneres Haus kann größer und schöner werden, wenn ich nach und nach die dunklen Zimmer in mir öffnen, die Vorhänge zur Seite ziehen, Licht ins Innere bringen und diese Räume lüften und neu in mir beleben kann.

DEEP TOUCH - Ulrich Grahner

Es gibt eigentlich nichts zu tun im Sinne von "etwas machen", wenn ich Menschen auf der Massagebank berühre. Die tiefere Weisheit liegt in einem "Weniger ist Mehr". Wenn ich beim Geben einer Massage selbst aus einem Raum eines inneren und äußeren Loslassens agiere, wenn ich mich nicht mehr anstrengen und etwas leisten muss und ich meine eigenen Erwartungen, gut sein zu müssen in meiner Arbeit, in mir loslassen kann, öffnet sich ein neuer Raum von gegenseitigem Dialog. Über den bewussten Zugang auch zu meiner eigenen Berührbarkeit in Selbstfürsorge und Selbstliebe entsteht ein Feld für eine gemeinsame Reise. Eine Massage ist dann nicht nur einfach eine Berührung der äußeren Hülle eines Menschen, sondern kann sich als ein "evolutionärer" Prozess nach innen entfalten. Ich muss nichts tun, ich bin einfach da und begleite.

DEEP TOUCH - Ulrich Grahner

Ich kann Menschen gerade dadurch in tiefe emotionale Räume einladen, weil ich mit meiner eigenen Geschichte, mit meiner Berührbarkeit und Verletzlichkeit präsent und wahrnehmbar bin für mein Gegenüber. Wenn ich einen wirklich offenen Raum für einen Menschen anbiete, ohne aufkeimende Prozesse durch "Expertenwissen" bewusst oder unbewusst in bestimmte, vorgeformte Bahnen zu lenken, entsteht ein "heilendes Feld". In diesem kann Veränderung und Transformation geschehen. Es geht darum, Menschen einen sicheren "Erfahrungscontainer" anzubieten, in welchem sie sich selbst erleben und erforschen können – ganz als sie selbst. Damit dies gut funktioniert, brauche ich als Berührender ein tiefes Vertrauen und ein "Angebundensein" an einen größeren spirituellen Raum in mir. Ich brauche Demut, um mich in den Dienst dieses Größeren und Heiligen stellen zu können.

Ulrich Grahner

  +49 (0)1520 - 183 16 25
  info@deep-touch.de


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