TRAININGS FÜR BERÜHRUNG
                            UND TRANSFORMATION

BEWUSSTHEIT IN DER BERÜHRUNG

DEEP TOUCH - Ulrich Grahner

Wie bewusst oder unbewusst ist mein Wunsch nach Berührung? Welche Form von Berührung wünsche ich mir konkret? Nach welchen Kriterien treffe ich eine Entscheidung im Hinblick darauf, mich berühren zu lassen - oder selbst andere zu berühren?
Wenn ich wirklich weiß, was ich will und was ich mir wünsche – und auch klar weiß, was ich nicht will - habe ich die Möglichkeit, eine bewusste Wahl zu treffen: Was wünsche ich mir und wie will ich berührt werden von meinem Gegenüber? Wo will ich berührt werden? Und wo nicht? Wann wünsche ich mir eine Herzensbegegnung? Mit wem teile ich Nähe im Sinne von Herzensnähe und Seelenverwandschaft, mit wem will ich verspielt kuscheln, mit wem teile ich Intimität als Erotik und Sexualität? Wann bin ich bedürftig und möchte "empfangen" - wann bin ich in der Fülle und möchte etwas geben? Wem will ich mich anvertrauen und wem nicht? Kann und will ich in die Berührung hineinsinken, schmelzen und mich hingeben? Kann ich "JA" sagen zu dem, was ich mir wünsche - und kann ich klar "NEIN" sagen zu dem, was ich nicht will? Kann ich klare Grenzen setzen - und werden diese von meinem Gegenüber akzeptiert?

DEEP TOUCH - Ulrich Grahner

Die kindliche Selbstverständlichkeit, Berührung als etwas ganz natürliches zu erleben, ist uns als Erwachsene oft verloren gegangen. Die Medien bieten uns eine riesige Bilderflut von nackten Körpern – zugleich ist dadurch das Thema Berührung mit "Sex, Macht und Geld" überlagert. Berührung verunsichert, wenn wir das ursprügliche Bedürfnis nach innigem Kontakt und körperlichem Wohlbefinden nicht von einem erotischen oder sexuellen Kontakt trennen können. Viele Menschen empfinden einen Mangel an bewusster körperlicher Berührung. Als soziale Wesen haben wir ein natürliches Grundbedürfnis nach Nähe und Zuwendung – und zugleich wissen wir oft nicht, wie wir dieses Bedürfnis in uns stillen sollen. Manchmal erscheint der Mangel so groß, der "Hunger" unersättlich, die Sehnsucht so riesig, dass wir uns frustiert – und oft unbewusst - ganz von "Berührung" abwenden, um den Schmerz des Mangels nicht mehr zu fühlen. Wenn wir den Wunsch nach Berührung abspalten, verlieren wir die Bewusstheit für dieses ursprügliche Bedürfnis. Wir kommen dann scheinbar auch ganz gut ohne Berührung klar – zugleich zahlen wir einen hohen Preis für unsere "Unberührbarkeit". Wie oft verzichte ich unbewusst aus Angst, Unsicherheit oder Scham darauf, genau das zu bekommen, was ich mir eigentlich wirklich wünsche? Wann verzichte ich auf die Möglichkeit, eine berührende Erfahrung zu machen, welche mich nährt, weil sich dies in mir nicht wirklich sicher anfühlt?

DEEP TOUCH - Ulrich Grahner

Jede Form von Massage ist ein körperlicher Berührungsraum. Trotz dieser physischen Nähe kann auf emotionaler Ebene eine völlige Distanziertheit dabei herrschen. DEEP TOUCH versucht, mehr Bewusstheit in menschliche Berührungs- und Beziehungsräume zu bringen – und Menschen zu ermutigen und zu ermächtigen, Berührungen bewusster und tiefer wahrnehmen und genießen zu können. Wenn ich meine eventuell vorhandene unbewusste Angst vor Berührung erkenne und mir diese bewusst wird, habe ich damit einen "goldenen Schlüssel", um beim Thema "Berührung" etwas fundamental anders zu machen. Dabei ist es wichtig, die antagonistischen Impulse von Verbundenheit und Autonomie in mir wahrzunehmen. Selbstgewählte Nähe auf der einen - und selbstbestimmte Distanz auf der anderen Seite - sind beides wichtige Voraussetzungen für klare und nährende Berührungsräume.
Das Setzen und Etablieren von Grenzen ist dabei mindestens genauso wichtig wie das Zulassen von Nähe und Intimität. Durch die Erfahrung, dass meine gesetzten Grenzen selbstverständlich und ohne "Diskussion" akzeptiert werden, entsteht in mir eine innere Sicherheit,dass meine Grenze wirklich akzeptiert wird und ich nichts begründen oder rechtfertigen muss. Wenn ich ganz konkret erlebe, dass nicht nur mein "Ja", sondern auch mein "Nein" wirklich willkommen ist, kann ich immer tiefer entspannen in den gemeinsamen Beziehungsraum – und macht diesen Raum immer stabiler. Ein wahrhaftig willkommenes und klar akzeptiertes "NEIN" kann eine viel größere Verbindung und Nähe zu meinem Gegenüber bewirken als ein als selbstverständlich vorausgesetztes "Ja" für einander.
Ein in tiefer Verbindung ausgesprochendes "Nein" - eine Grenze in Verbundenheit - kann in diesem Sinn ein wirklich großes Geschenk für mich sein.

DEEP TOUCH - Ulrich Grahner - Foto: © Uli Decker/Video-Screenshot

Im Alltag tauschen wir Berührungen zumeist in einer hochgradig ritualisierten Form aus, z.B. als förmlichen Händedruck zur Begrüßung. Diese Geste drückt im Ursprung ein "Friedensangebot" an mein Gegenüber aus - und zeigt durch meine offene Hand meine friedlichen Absichen. Zugleich sichert dies einen ausreichenden körperlichen Abstand voneinander und unbewusst oft auch eine ausreichende innere Distanz im Sinne eines Sicherheitsabstandes. Eine körperlich nahe Umarmung ist schon eher selten im Alltag - und gestaltet sich dann oft als eine Art von "Donald-Duck-Umarmung" mit einem maximalen "Sicherheitsabstand" der Becken der beteiligten Menschen. Bei Männern drückt sich scheinbare Verbundenheit – aber faktische Distanz - untereinander oft auch in einer übetrieben starken "Umklammerung" oder einem kräftigen Auf-den-Rücken-Klopfen aus, welches ein zartes Pflänzchen von Nähe und Intimität gar nicht erst aufkeimen lässt, sondern sofort "erdrückt"...
Diese alltäglichen Begegnungsrituale dienen unbewusst oft eher dazu, jemanden von mir fern zu halten, als einen anderen Menschen mir wirklich nahe kommen zu lassen. In unserem "normalen" Alltag geht es oft mehr darum, andere Menschen "auf Abstand" zu halten denn in Kontakt miteinander zu kommen -oder, noch herausfordernder – wirklich Nähe zuzulassen.

Ulrich Grahner

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DEEP TOUCH

Massage + Körperarbeit
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