"Jede Arbeit an anderen
      setzt Arbeit an sich selbst voraus."

Albert Schweitzer

Mein Weg

Deep Touch - Ulrich Grahner - Foto: © Ulrich Grahner

Lebenswege schlagen manchmal recht kryptische Richtungen ein.
Hier ein (nicht ganz so kleiner) Einblick in meine Lebensgeschichte:

  • Nach meiner Schulzeit hatte ich als umweltbewegter Öko-Aktivist eigentlich vor, Biologie mit dem Schwerpunkt Meeresökologie zu studieren. Da der Numerus Clausus meines Abiturs für ein Biologiestudium nicht ausreichte, startete ich meine akademische Laufbahn mit einem Chemiestudium zum Sommersemester. Der Mathe-II-Kurs und das Gefühl von zunehmenden Vergiftungserscheinungen machten mir schnell klar, dass meine Zukunft nicht im Kochen von chemischen Analysen bestehen sollte.
  • Ich "sattelte" um, machte eine Lehre als Möbeltischler, gewann diverse (Staats)-Preise und Auszeichnungen für selbst entworfene Möbel schon in meiner Ausbildungszeit und arbeitete dann als angestellter Tischler in verschiedenen Betrieben. Nach kurzer Zeit machte ich mich selbständig als Holzgestalter und Möbeldesigner in eigener Werkstatt. Ich hatte ein Faible für "Oberflächen", immerzu musste ich das Holz und die Oberfläche der Möbel "streicheln". Ich betrieb die Werkstatt sieben Jahre lang. Obwohl ich zum Teil geniale Möbel baute und viele positive Rückmeldungen bekam, war ich nicht glücklich mit meinem Tun. Irgendetwas strengte mich immer an beim Möbelbau. Ich konnte mich nicht wirklich entspannen in dieser Arbeit.
  • Mitte der 1990er Jahre fing ich an, mich mit Tanz in verschiedenen Formen zu beschäftigen. In Düsseldorf gab es die "Werkstatt", ein Zentrum für zeitgenössischen Tanz. Hier machte ich erste "Gehversuche" mit Modern Dance, New Dance, Contact-Improvisation und auch klassischem Ballett... (Später kam dann noch Tango Argentino dazu.) Und dann gab es dort auch ab und zu Workshops zum Thema "Massage". Ein Kennenlern-Wochenende in Esalen®-Massage war eine tief berührende Erfahrung für mich und hat mein bisheriges Leben dann nochmals völlig in eine andere Spur gelenkt.
  • Ich hatte etwas "gefunden", eigentlich ohne es vorher bewusst gesucht zu haben. Diese Form von Massage fühlte sich nach einer tiefen inneren Wahrheit an. Ich hatte Zugang zu einer Quelle gefunden, die mich seitdem mit einem Strom von innerem Wissen begleitet. Menschen auf diese wunderbare Weise berühren zu dürfen, macht mich bis heute immer wieder und aufs Neue glücklich. Der Satz "there is a difference between sensuality and sexuality" von Rita Thangaraj – der Frau, die dieses erste Wochenende geleitet hat und die später auch einen Teil meiner Ausbildung in Esalen-Massage leitete – bringt es auf den Punkt. Eine liebevolle und achtsame Berührung in einem nicht-erotischen Kontext zu erleben, öffnete für mich das Tor zu  Körperarbeit und zur "Magie" von achtsam liebevoller Berührung. Und ich kam in einen tiefen Kontakt mit meinen Gefühlen und  meinem Herzen. Früher konnte ich als begabter Rhetoriker eine fast unumstößliche intellektuelle Argumentationskette aufbauen. Hier bei der Körperarbeit ging es nun um "Fühlen", um Wahrnehmung und Präsenz und nicht mehr um "Etwas erreichen wollen". Und dieses liess mich tiefer und tiefer entspannen, ließ mich bei mir selbst ankommen und liess mich auch innerhalb der Massagen immer mehr zu einem "Begleiter" für meine Klienten werden. Als "Herzenskrieger" ist meine Begeisterung für ganzheitliche Körperarbeit seitdem immer größer geworden.
  • Nach meiner Ausbildung zum Esalen®-Massage-Practitioner habe ich dann im Jahr 2000 meine Möbelwerkstatt aufgelöst. Nach einem Jahr in einer spirituellen Lebensgemeinschaft in Norditalien (www.bordo.org) habe ich mich ganz auf diesen Weg eingelassen. 2003 habe ich dann zusammen mit KollegInnen den "Verband für Esalen Massage und Körperarbeit" gegründet, dessen Vorsitzender ich viele Jahre war. Über Umwege in Düsseldorf  und Hamburg bin ich dann in Berlin "gelandet", um dort meine Heilpraktiker-Ausbildung an der Samuel-Hahnemann-Schule zu absolvieren. Nach erfolgreicher Überprüfung wurde mir im Frühjahr 2007 die "Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung" erteilt. Im Herbst 2007 zog es mich mit meiner damaligen Lebensgefährtin in die Prignitz, dem westlichsten Teil von Brandenburg zwischen Berlin und Hamburg, um dort ein kleines Seminarhaus für Heil- und Körperarbeit zu gründen. Dieses Projekt ging völlig "in die Binsen", schon nach kurzer Zeit war klar, dass wir diese Vision nicht gemeinsam verwirklichen können. Nach einer Zeit der Krise folgte die Suche nach neuen Möglichkeiten für die "Wüstenrose" – das Haus, das ich damals gekauft hatte.
  • Nach einem "Umweg" als Bio-Ladner in Perleberg – habe ich mich 2013 wieder auf die Suche nach einer Lebensgemeinschaft gemacht, um einen neuen Platz für mich und meine Praxis für Massage und Körperarbeit in einem Gemeinschaftsprojekt zu finden.
  • Seit Anfang 2015 lebe ich in Garvensdorf in der Nähe der Ostseeküste zwischen Wismar und Rostock in einer kleinen Hausgemeinschaft (www.gutesHaus.de) und bin dabei, hier eine Praxis für Massage und Körperarbeit aufzubauen.
  • Meine Arbeit "Deep Touch" zu nennen, bedeutet für mich auch gleichzeitig ein Loslassen von Esalen-Massage- und Körperarbeit. Diese Methode ist weiterhin eine Wurzel meiner Arbeit, aber leider lässt sie (bzw. Ihre Protagonisten) keinen bzw. nur sehr eingeschänkt Freiraum für eine Weiterentwicklung.
  • Deep Touch ist ein Ansatz von Massage, der vor allem die tänzerische Leichtigkeit bei der Körperarbeit betont und die Essenz von Herz-Berührung in den Mittelpunkt der Arbeit stellt. Eine Rückenverletzung im Bereich der Lendenwirbelsäule, die ich mir schon während meiner Tischler-Ausbildung zugezogen habe, ist immer wieder ein guter "Sensor" für eine ergonomisch gute Haltung während der Massage. Dieses Wissen über eine entspannte Haltung am Massagetisch möchte ich nun unter anderem gerne an andere Menschen in meinen Seminaren weitergeben.
  • Der Schwerpunkt von Deep Touch im Hinblick auf die Arbeit mit Emotionen und Gefühlen ist eng verbunden mit meinen eigenen Erfahrungen in Bezug auf Körperarbeit und Psychotherapie. Besonders die Bonding-Therapie nach Dan Casriel hat mir klargemacht, wie wichtig es sein kann, von einem anderen Menschen in nahem körperlichen Kontakt "begleitet" zu werden. Zu erleben, dass jemand auch dann bei mir bleibt und nicht "weggeht", wenn ich mich mit persönlich schwierigen Themen wie Wut, Ärger oder Trauer auseinandersetze, habe ich als sehr heilsam empfunden. Die Arbeit mit Arthur Munyer, bei dem ich "tiefe Massage" und "Trigger-Point Emotinal Release-Arbeit" erlernen durfte und der mir, genau wie Perry Holloman und Johanna Holloman, Einblicke in die Körperprozessarbeit ermöglicht hat, ist prägend für mein heutiges Verständnis meiner Arbeit als Körpertherapeut und Bodyworker. Dankbar bin ich über die spirituellen Erfahrungen, die ich während vieler schamanischer Schwitzhütten-Zeremonien machen durfte und die meine Arbeit inzwischen sehr bereichern. Mein Aufenthalt im Sommer 2014 in der ZEGG-Gemeinschaft in Bad Belzig in der Nähe von Berlin hat mich wieder auf den kraftvollen Weg zurück in eine Lebensgemeinschaft geführt. Aktuell inspirieren mich Clinton und Marion Callahan mit ihrem gefühlsintensiven "Possibility-Management" und machen mich neugierig auf "mehr".

Eine spannende Reise. Sie geht weiter. Ahoo!


Deep Touch | Ulrich Grahner

Praxis für Massage und Körperarbeit

  Hofstraße 10
  18233 Garvensdorf
  (zwischen Rostock und Wismar)
  +49 (0)1520 - 183 16 25
  info@deep-touch.de


Ganzheitliche Körperarbeit
und Massage
an der Ostseeküste
zwischen Rostock und Wismar